Die Christengemeinschaft
 
Gemeinde Essen
 

Bewegung für religiöse Erneuerung

Inmitten der vielen religiösen und weltanschaulichen Gemeinschaften unserer Zeit tritt die Christengemeinschaft mit einem eigenen christlichen Gemeindeleben auf. Sie wurde 1922 von meist jüngeren Theologen unter der Führung von Friedrich Rittelmeyer (1872 – 1938) und Emil Bock (1895 - 1959) gegründet. Sie vereint Menschen, die in zeitgemäßer Form das religiöse Leben pflegen wollen. Die Christengemeinschaft ist nicht die „einzig wahre“ Kirche, sie kann und will nicht als „die“ Kirche für alle gelten, aber für alle offen sein, die in ihr eine religiöse Heimat suchen und finden. Sie verkündet keine neue Lehre, will aber in der Verkündigung das Erkenntnisbedürfnis des modernen Menschen ernst nehmen.


Der Gottesdienst
Das Altarsakrament von Brot und Wein, das in den christlichen Kirchen in verschiedenen Formen gefeiert wird, hat in der Menschen-Weihehandlung eine neue Gestalt erhalten.

Die Sakramente
Der Mittelpunkt des sakramentalen Lebens ist die Menschen-Weihehandlung. Ihr sind die anderen sechs Sakramente eng verbunden. Sie begleiten das Leben von der Geburt bis zum Tode.

Das Evangelium
Das ganze Neue Testament – insbesondere die vier Evangelien – ist auch heute für ein erneuertes religiöses Leben die Offenbarungsquelle. Allerdings bedarf es bei Lesen und Hören einer anderen Gesinnung als jedem anderen Text gegenüber.

Verkündigung / Lehre
Die Tat Jesu Christi auf Golgatha steht im Mittelpunkt von Lehre und Predigt. Jeder Christ ist aufgerufen, die Bedeutung dieser Tat für die Menschheit und sein persönliches Leben zu erfassen. In der Verkündigung gibt es keine Dogmen und verpflichtende Glaubenssätze.


Unsterblichkeit / Ungeborenheit
Zur Frage: Wohin? angesichts des Todes gehört im Blick auf die Geburt die andere: Woher? Beide Ereignisse, Geburt und Tod, sind Tore, durch die der Mensch von Gott in das Leben herein- und aus ihm hinausgeführt wird.


Religiöse Erziehung
Mit der Taufe beginnt die christliche Entwicklung. Sie bedarf der Pflege, bis der Herangewachsene nach der Konfirmation im Zeichen der religiösen Mündigkeit diese Entwicklung selber verantworten kann. Dann kann er selber Pate anderer werden. „Christ sein“ heißt immer auch „Christ werden“.

Gründung/ Ausbreitung
Der erste Vollzug der Menschenweihehandlung ist die Geburtsstunde der Christengemeinschaft. Ihr gingen wichtige Vorbereitungen voraus, die durch die unermüdliche, selbstlose Hilfe Rudolf Steiners (1861 – 1925) ermöglicht wurden. Bis zum Verbot durch die Nazi-Herrschaft von 1941 bis 1945 waren in Deutschland und dem europäischen Ausland zahlreiche Gemeinden entstanden.


Mitgliedschaft
Mit der Taufe werden die Kinder in die Gemeinde aufgenommen und geführt bis zur Konfirmation. Was als sakramentaler Segen dem Kinde zukommt, wird im Jugendalter durch die Konfirmation bestätigt und bestärkt. Der Erwachsene kann sich nach reiflicher Überlegung der Christengemeinschaft auf Dauer als Gemeindemitglied anschließen.


Aufbau
Die in die Gemeinden entsandten Pfarrer verantworten, was im Sinne einer Sakramentsgemeinschaft am jeweiligen Ort geschehen soll. Sie wirken mit den Organen der Gemeinde zusammen, besonders in sozialen, rechtlichen und wirtschaftlichen Belangen.



Wirtschaftliche Belange
Seit ihrer Gründung existiert die Christengemeinschaft dank der freiwilligen Zuwendungen ihrer Mitglieder und Freunde. Sie erhebt keine Kirchensteuer.

Die Christengemeinschaft weltweit
Die Christengemeinschaft ist weltweit vertreten. Es gibt Gemeinden und Initiativen überall auf der Welt. In folgenden Ländern kann man aktive Gruppen oder Gemeinden finden: Kanada, USA, Kolumbien, Peru, Brasilien, Argentinien, Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Estland, Irland, Großbritannien, Deutschland, Holland, Belgien, Frankreich, Schweiz, Österreich, Ungarn, Kroatien, Italien, Spanien, Polen, Russland, Ukraine, Georgien, Rumänien, Tschechien, Südafrika, Namibia, Japan, Australien, Neuseeland.

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Publiziert am: Sonntag, 30. Dezember 2007 (3970 mal gelesen)
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